Es gibt diese Momente im Leben als Makerin, in denen man eine Bewertung liest und kurz innehält.
Neulich war es wieder so weit. Eine Kundin schrieb eine liebevolle Rezension — und doch blieb ich an diesem einen Satz hängen:
„Wirklich schön! Aber ganz schön teuer für den Artikel als solchen.“
Früher haben mich solche Sätze richtig aus der Bahn geworfen.
Ich habe viel darüber nachgedacht, mich geärgert, war verletzt — weil es sich so angefühlt hat, als würde meine Arbeit nicht wertgeschätzt werden.
Und ganz ehrlich: Wer mag so ein Gefühl schon gern?
Mit der Zeit habe ich aber verstanden, dass Kritik oft aus etwas ganz anderem entsteht:
Nicht aus Geringschätzung, sondern aus Nicht-Wissen.
Viele Menschen haben schlicht keinen Einblick in das, was ein selbstständiges Kreativbusiness bedeutet.
Und genau deshalb möchte ich heute darüber sprechen.
Nicht als Rechtfertigung.
Nicht als Verteidigung.
Sondern als Einladung, hinter die Kulissen zu schauen.
Und auch ein bisschen, um dir zu zeigen:
Du bist nicht allein, wenn dich solche Sätze treffen —
aber sie müssen dich nicht klein machen.
💛 Was du im Shop siehst – und was ich im Alltag erlebe
Wenn du durch meinen Shop scrollst, siehst du:
- edles Perlmuttpapier
- ruhige, moderne Farben
- sorgfältige Details
- persönliche Wunschtexte
Aber du siehst nicht:
- lange Designphasen & Ideenfindung
- Testdrucke, Papierproben & Materialrecherche
- Zuschneiden, Falzen, Kleben & Personalisation
- Produktfotos, Bildbearbeitung & Texte
- Kund:innenkommunikation
- Verpackung, Versand, Rückfragen
- Buchhaltung, Steuern, Gebühren
- Social Media, Marketing & Sichtbarkeit
Jede Karte ist das Ergebnis vieler kleiner Schritte – von mir, allein, mit viel Herz und Zeit.
Viele Menschen können das nicht wissen.
Es wird ihnen auch nirgends gezeigt.
Und deshalb entstehen Diskussionen, die eigentlich gar keine sein müssten.
📉 Ein ehrlicher Blick auf die Preisfrage
Eine Karte im Laden kostet heute:
- 3–5 € für einfache Varianten
- 7–10 € für hochwertigere
- 10–12 € für Karten mit Folienprägung
Meine personalisierten Funkenschauer-Gutscheine kosten ca. 9,90 € –12,90 €.
Und wenn wir uns ansehen, was davon abgeht, wird klar, warum Handmade nicht „zu teuer“, sondern ehrlich kalkuliert ist.
Von einem Gutscheinpreis gehen ab:
- Plattform- & Zahlungsgebühren – (gut und gerne mal 10–15 %)
- Materialkosten (hochwertiges Papier, Umschlag, Rubbelsticker)
- Verpackung & Versand (Material + tatsächlicher Versand)
- Marketing (z. B. Ads, die Sichtbarkeit überhaupt ermöglichen)
- Rücklagen (für Fehldrucke, Materialbedarf, Geräte, Ausfälle)
Und erst danach bleibt mir:
👉 rund 5 € – vor Einkommenssteuer, vor meiner Arbeitszeit und vor meiner Krankenversicherung.
Und ja — die eigentliche Herstellung eines Gutscheins dauert bei mir ca. 10 Minuten:
von der Personalisierung, über Druck, den Zuschnitt bis hin zur liebevollen Verpackung.
(Der gesamte Designprozess, Materialentwicklung, Social Media, Shop-Pflege und alles drumherum ist hier noch nicht eingerechnet.)
Wenn man diese 10 Minuten als Grundlage nimmt, bedeutet das:
📌 5 € Einnahme für 10 Minuten Arbeit
→ hochgerechnet auf eine Stunde wären das ca. 30 € pro Arbeitsstunde.
Klingt im ersten Moment vielleicht mega —
aber davon gehen ja erst noch ab:
- Einkommenssteuer
- Krankenversicherung (die wir als Selbstständige vollständig selbst tragen)
- Arbeitszeit ohne direkten Umsatz (Design, Fotos, Texte, Marketing …)
Unterm Strich bedeutet das:
Der „Stundenlohn“ rutscht sehr schnell Richtung Mindestlohn — und oft sogar darunter, wenn man ehrlich alle Zeiten einrechnet.
🌿 Und dann kommt die Frage: „Warum kostet es bei der Konkurrenz weniger?“
Diese Frage lese ich ständig – in Kommentaren, Storys, unter Reels.
Besonders bei Hochzeitsfotograf*innen ist sie gefühlt ein Dauerbrenner.
Und ja, die Frage ist berechtigt.
Nur: die Antwort ist komplex.
Warum es bei anderen günstiger sein kann:
- sie nutzen günstigeres Material
- sie kaufen in Großmengen ein
- sie kalkulieren ihre Zeit wenig oder gar nicht
- sie sparen Marketingkosten
- sie bilden keine Rücklagen
- sie leben in Ländern mit niedrigeren Lebenshaltungskosten
- sie unterpreisen sich aus Unsicherheit
- sie kopieren Designs und sparen Entwicklungszeit
- sie führen ein Kleingewerbe, zahlen keine Umsatzsteuer, oft keine Gewerbesteuer und haben dadurch geringere Gesamtkosten
- oder ihre Lebenssituation ist eine völlig andere
Das ist nicht falsch.
Es ist einfach anders.
Aber klar ist auch:
Preise kann man nur vergleichen, wenn die Rahmenbedingungen gleich sind.
Und das sind sie fast nie.
Ich dagegen möchte fair kalkulieren.
Nicht teuer.
Nicht luxuriös.
Nicht „bereichernd“.
Sondern realistisch und wertschätzend — für dich und für mich.
🌸 Warum ich mich nicht rechtfertigen will – und trotzdem darüber spreche
Ich schreibe diesen Post nicht, um zu überzeugen.
Und schon gar nicht, um mich zu rechtfertigen.
Ich spreche darüber, weil viele Menschen nicht wissen, was Selbstständigkeit bedeutet:
- dass wir unsere Krankenversicherung selbst zahlen
- dass wir Rücklagen für schlechte Monate brauchen
- dass wir keinen bezahlten Urlaub oder Krankheitstage haben
- dass Kreativität, Ideen und Design echte Arbeitszeit sind
- dass jedes Produkt Lebenszeit trägt
- dass auch wir Ziele haben — nicht, um uns zu bereichern, sondern um uns etwas Gutes leisten zu können, so wie jeder Mensch
Natürlich möchte ich mir auch mal etwas Schönes gönnen.
Natürlich arbeite ich auf ein gutes, stabiles Leben hin.
Das hat nichts mit „utopischen Preisen“ zu tun —
sondern mit ganz normaler Wertschätzung für Arbeit.
🎁 Handmade ist mehr als ein Produkt
Eine Karte aus dem Regal kann hübsch sein.
Aber ein handgemachtes Unikat ist etwas anderes.
Es ist:
- bewusst
- persönlich
- achtsam
- zeitintensiv
- emotional
- einzigartig
Ein kleines Stück Herz, das reist.
Von meinen Händen in deine — und weiter zu jemandem, der dir am Herzen liegt.
✨ Was du wirklich verschenkst
Wenn du einen Funkenschauer-Gutschein verschenkst, verschenkst du:
- gemeinsame Zeit
- Erinnerungen
- Vorfreude
- Wertschätzung
- ein Gefühl
Und genau das ist der Unterschied.
💌 FUNKENPOST FÜRS HERZ
„Der Wert eines Geschenks liegt selten im Preis —
sondern in der Bedeutung, die es trägt.“
